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BEGRÜSSUNG AUF DEM INTERNATIONALEN DUNS-SCOTT-KONGRESS IN WIEN

28 вересня 1970 р.
Проповіді, промови
XIII

HOCHVEREHRTER KONGRESS!

Wenn ich heute diese seltene und sehr wichtige Gelegenheit benützen darf, um ein Kurzes Wort zu ergreifen, so muss ich zuerst S.Em. Kard. König und dem hochverehrten Präsidium dafür meinen grosse Dank ausprechen.Das Studium der mittelalterlichen Philosophieund Theologie gibt nachdem Kriege auffalend nach, und deshalb ist dieser Kongress eine erfreuliche und sogar eine historische Begebenheit.

Dabei möchte ich auch bei der jetzigen Gelegenheit die besten Grüsse und Wünsche dem Scotus Kongress von unserer Kirche und besonders von unserer Ukrainischen Katholischen Universität des hl. Papst Klemens, derjetzt in Rom, höfflichst entbieten.

Der Hochwste P. Präsident Karl Balic, Franzs. hat vor kurzem einen Überblick des Scotus Studiums in der ganzen Welt gegeben. Ich möchte noch manches und fehlendes hinzufügen, und zwar was das Studium von Duns Scotus in Orient anbelangt. Dass die mettelalterliche Scholastik im Orient, besonders zur Zeit des Florentin Konzil und später, studiert und ihre Werke ins Griechische übersetzt urden, ist heute bekannt. Ebenso die Namen, des Panaretos, Cabasilas, Planudes, Cydonius, Caleca, und andere.Mit der Unterdrückung der Kirche in Konstantinopel überging die Pflege des Studiums der mittelalterlichen Scholastik nach Kyjiv in Ukraine. Zur Zeit des Metrop. Peter Mohyla und später herrschte an der Kyjewer Akademie die aristotelische Philosophie und scholastische Theologie. Man kann in den Werken Ihrer Professoren oft lesen: « Ita Thomas, Scotus, Albertus Magnus... cum quibus sit conclusio nostra » oder « Philosophia universa doctrinam paripatheticam ad mentem principis philosophorum Aristotelis Stagyritae complectens commentationibus scholasticis illustrata » und so weiter.

Dieses Studium und die katholisch freundliche Richtung wurde später von Moskau aus verboten und unterdrückt. Unsere Akademie in Lemberg hat darüber vor dem Krieg viele Werke veröffentlicht und auch jetzt, die Nachfolgerin der Akademie, die Ukr. Kathol. Universität des hl.Papst Klemens in Rom. Man möchte noch neugierig fragen, warum denn hat man sich im Orient für Scotus und Scholastik so interessiert? Da sind es besonders, die berühmten Frage über den HI.Geist — Utrum Spiritus Sanctus a Filio distingueretur, si ab eo non procederet, und die Mariologie mit dem unbefleckten Empfängnis. Ich kann nicht jetzt wegen der kurzen, mir zur Verfügung gestellten Zeit, nicht ausführlicher darüber sprechen, doch möchte ich, was den Scotus selbst anbelangt, ohne Zweifel behaupten, dass er ein Genie war und an Scharfsinn alle im Mittelalter übertroffen hat, obwohl er, was die Systematik und die Mässigkeit des Urteils betrifft, dem hl. Thomas nachsteht.Viele seine Meinungen sind noch nicht klar und deshalb wird es ein riesiges Verdienst des Hochw. P. Präsident Karl Balic sein, wenn er alle Werke de Scotus veröffentlichen wird. Denn nur auf Grund des kritischen Textes kann das wissenschaftliche Urteil fallen.

герб Йосиф Сліпий

ПАТРІАРХ ЙОСИФ СЛІПИЙ

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